Kapitel 3

Chloe

„Ihr plant hier ohne mich unseren nächsten Samstagabend?“, fragt Gabriel gespielt entrüstet, als wir uns Hand in Hand an unseren Stammtisch in der Kantine setzen. Neben Blanda sitzt der Neue und schaut mich aus seinen grossen, braunen Augen an. Sein Blick ist mir unangenehm, also lächle ich ihm nur flüchtig zu und wende mich wieder meinem Freund zu. Die eine Hand ist immer noch mit Gabbys verschränkt mit der anderen berühre ich die Kette, die er mir gerade geschenkt hat. Es ist eine Silberkette mit einem G als Anhänger. Als er sie mir umgelegt hat, hat er gesagt: „Damit du mich immer nah am Herzen trägst.“ Dann hat er seinen Arm um meine Taille geschlungen und mich geküsst. Wie in einem Märchen. Wenn ich nur daran denke verfalle ich wieder ins Schwärmen. Als Blanda mir ihren Ellenbogen in die Seite rammt, schrecke ich hoch. „Chloe kommst du jetzt mit mir aufs Klo?!“, fragt sie, vermutlich nicht zum ersten mal. Schnell nicke ich und will aufstehen. Doch Gabby zieht mich an meinem Handgelenk zu sich und küsst mich. Selbst bei so einem flüchtigen Kuss, fühle ich all seine Emotionen und verliere mich in ihnen. „Ich bring sie dir gleich wieder zurück“, sagt Blanda und verdreht die Augen. Mit einem Lächeln auf den Lippen, folge ich ihr. Als ich noch einmal einen Blick über die Schulter werfe, sehe ich, wie der Neue mir nachschaut. Dann sagt Gabby etwas zu ihm und er wendet sich mit rotem Gesicht ab.

Natürlich weiss ich, dass Blanda nicht aufs Klo muss, sondern nur mit mir reden will. Sobald die Toilettentür zugefallen ist und wir uns vergewissert haben, dass sonst niemand mehr im Raum ist, sagt sie voller Neugier: „Uuuund?“ Genervt verdreh ich die Augen, ich wusste, dass sie das fragt. „Ach Bla! Du lässt mir ja auch gar keine Privatsphäre!“, antworte ich ihr. „Hallo?! Ich bin deine beste Freundin!“, lacht sie. Ich lächle. „Jetzt erzähl schon!“ Ich beisse mir auf die Unterlippe und schaue in den Spiegel. „Na gut. Es ist alles okay. Er hat mich nur auf die Jungstoilette geschleppt und hat mich dort entjungfert“, als ich ihr geschocktes Gesicht im Spiegel sehe, muss ich lachen. Als sie verstanden hat, dass ich sie nur auf den Arm nehme, lacht sie mit. „Ach kacke, jetzt verläuft wegen dir mein ganzes Make-up“, prustet sie, während sie sich Lachtränen aus dem Gesicht wischt. Als wir uns wieder beruhigt haben, nimmt sie ihre Kosmetiktasche aus dem Rucksack und fängt an, sich neu zu schminken. „Jetzt erzähl schon“, drängt sie mich wieder. Und während ich ihr vorschwärme wie romantisch Gabby ist, bin ich mit meinen Gedanken wo ganz anders.

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